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» Elmshorner Nachrichten vom 22.09.2007
Tiere sind ein sehr wichtiger Bestandteil im Landhaus Humanitas
Moin Horst vom Juni 2009
Das Landhaus Humanitas befindet sich auf einem 10.000 Quadratmeter großen Grundstück in einem ruhigen Außenbezirk von Kiebitzreihe bei Elmshorn, und bietet pflege- oder betreuungsbedürftigen Menschen mit und ohne Pflegestufe tagsüber ein zweites Zuhause in nettem Ambiente.
Die Tagespflegeeinrichtung beherbergt auch viele Tiere (Schafe, Hühner, Pferde etc.), welche den Aufenthalt zu einem ganz besonderen Erlebnis werden lassen können.
“Die Begegnung mit einem Tier besitzt eine Beziehungsqualität, welche auf unsere Lebensqualität positiv wirkt.
Der Hund, die Katze, das Pony z.B. helfen uns einen schnelleren Zugang zum Tagesgast zu bekommen” so Sabine Klug, Chefin der Tagespflege.
Durch die Anwesenheit des Tieres werden Hemmungen und soziale Ängste schneller abgebaut.
Das "Gespräch" beginnt scheinbar belanglos über das Tier.
Der Gast kann die Pflegekraft in Ruhe kennen lernen, ohne selber in diesem Moment im Mittelpunkt zu stehen - da steht ja das Tier - und gewinnt besser Vertrauen.
Das Zusammenleben mit Tieren steigert das Wohlbefinden und die Lebensfreude vieler Menschen.
Durch vielfältige Aktivierung während der Betreuung durch unterschiedliche Aktivierungsangebote werden unsere Tagesgäste vom Pflegepersonal individuell und ganzheitlich gefördert.
Dabei steht für uns der Erhalt der Selbstständigkeit genauso wie das Wiedererlangen von verlorenen Fähigkeiten im Vordergrund.
Die Tagesgäste werden durch den hauseigenen Fahrdienst morgens aus ihrer Wohnung abgeholt und abends wieder zurückgebracht.
Der Besuch der Tagespflege ist von montags bis freitags möglich und wird nach Absprache mit dem Gast und seinen Angehörigen festgelegt.
Sie sind herzlich eingeladen, das Landhaus Humanitas einmal persönlich kennen zu lernen.
Wir sind für alle Fragen Rund um die Pflegeversicherung für Sie Ansprechpartner und unterstützen Sie in allen Belangen und Fragen rund um die Pflege und der Betreuung.
Unser Ziel ist es die Angehörigen größtmöglich zu entlasten und dem zu Betreuenden einen schönen Tag zu bereiten.
Wir arbeiten mit Ergotherapeuten, Krankengymnasten sowie mit allen ambulanten Pflegediensten eng zusammen.
Denn nur durch den Austausch und die enge Zusammenarbeit allen an der Pflege Beteiligter kann auch ein Heimaufenthalt weitestgehend hinausgezögert oder sogar vermieden werden.
Durch die Reform der Pflegeversicherung wird die Tagespflege in den meisten Fällen sogar von der Pflegekasse vollständig getragen (zusätzlich zur Kostenübernahme des ambulanten Dienstes).
Wir beraten Sie diesbezüglich gerne und freuen uns auf Sie.
Else Koch freut sich auf jeden Montag
Elmshorner Nachrichten vom 22.09.2007
Viele Senioren möchten nicht ins Heim, haben tiefe Vorbehalte, die durch die jüngsten Untersuchungen des medizinischen Dienstes der Krankenkassen neue Nahrung erhalten haben.
Aber zu Hause können die alten Menschen auch nur bedingt versorgt werden.
Die Tagespflege Landhaus Humanitas geht einen anderen Weg.
Die Senioren werden morgens hin- und abends wieder zurückgebracht.
Ein Ortstermin:
Else Koch ist mir 95 Jahren der älteste Tagesgast im Landhaus Humanitas.
Das Gelände der Einrichtung, die einmal ein alter Resthof war, ist weitläufig.
„Endlich wieder Montag!“
Dieser Satz ruft bei vielen Menschen Unverständnis und Kopfschütteln hervor.
Ist doch gerade der Montag der Rag in der Woche der oft die Ursache für schlechte Laune darstellt.
Wenn Else Koch ihn sagt, wird er authentisch und wirklich.
Anders als bei anderen Menschen ist für sie das Wochenende nur eine Aneinanderreihung von Stunden, die bloß dazu bestimmt sind, zu vergehen.
Wenn sie diesen Satz sagt, huscht ein Lächeln über ihr Gesicht.
Leicht nach vorn gebeugt sitzt die 95jährige im Rollstuhl.
Sie wirkt dabei immer noch groß.
Um ihren Hals hängt eine Kette mit einem funkelnden Medaillon – passend ausgewählt zu den Ohrringen.
Auch der Rest der Kleidung, ihre geblümte Bluse, die Weste, das Halstuch ist aufeinander abgestimmt.
„Ich freue mich immer so, wenn ich hierher kommen darf.“
Ihre Unterlippe bebt bei dem Satz und ihre Augen werden feucht.
Sabine Klug geht auf die alte Dame zu und nimmt sie in den Arm.
Zusammen mit ihrem Mann betreibt die gelernte Krankenschwester die Tagespflegeinrichtung Landhaus Humanitas.
Die Einrichtung besetzt eine Nische zwischen ambulanter und stationärer Pflege.
In Deutschland leben über zwei Millionen Pflegebedürftige, mehr als zwei Drittel dieser Menschen werden zu Hause versorgt.
Für viele Angehörige ist die häusliche Pflege eine große Belastung.
Ambulante Pflegedienste können in solchen Fällen eine Entlastung bieten.
„Die sind aber nur für eine definierte Zeit beim Patienten“, weiß Frau Klug um die Arbeitsweise dieser Dienste.
„Die helfen den Patienten aus dem Bett, setzen ihn in seinen Lieblingssessel, müssen dann aber weiter zum nächsten Termin.“
Das Landhaus Humanitas arbeitet mit anderem System.
„Wir versuchen, die Angehörigen so weit wie es geht zu entlasten.
Dazu gehört auch ein Hol- und Bringdienst, der die Patienten von zu Hause abholt und sie dort auch abends wieder hinbringt.“
In Absprache mit Ärzten kommen darüber hinaus externe Fachkräfte um die Gäste zu behandeln.
Viele der Gäste sind nur abends und am Wochenende zu Hause.
Sie entgehen mit Hilfe der Tagespflege dem Gang ins Heim.
“Die Patienten müssen ihr altes Leben nicht aufgeben.
Für sie ist es das Schönste, im eigenen Bett aufzuwachen“, beschreibt Frau Klug die Situation der Senioren.
Das Landhaus Humanitas ist ein umgebauter Bauernhof, in der Diele in der sich die Gäste aufhalten, haben früher Kühe gestanden.
Nach dem Umbau vermitteln diese Räume ein Gefühl von Wärme und Zuhause.
Fenster, die bis zum Boden reichen.
Überall stehen Blumen und auf den alten Holztischen liegen gehäkelte Deckchen mit kunstvollster Musterung.
Überall im Raum, finden die Gäste Sitz- und Liegemöglichkeiten: Sessel und Biedermeier-Sofas, die mit Brokat bespannt sind.
Die Sitzflächen sind leicht ausgebleicht.
Die alten Menschen verbringen den Tag in einer behaglichen Umgebung.
Fast wie zu Hause, nur nicht allein.
Rund 20 Menschen kümmern sich um die Gäste, spielen mit ihnen, lesen aus der Tageszeitung vor oder hören einfach nur zu.
Frau Klugs Vater Herr Rolf kommt mit einem Akkordeon in die Sitzgruppe im Wintergarten.
Er freut sich greift an sein Hörgerät und verteilt dann die Liedertexte.
„Wir singen hier Heimatlieder, deutsche Schlager und hier, die blauen, das sind die Seefahrtslieder.“
Er strahlt in die Runde: „Was wollen wir singen?“
Wenige Minuten später spielt er „Tief im Böhmerwald“.
Der Chor stimmt ein, mal laut und enthusiastisch, mal etwas leiser und müde.
Einige in der Gruppe gucken nur sporadisch in die Liedertexte.
Es sind Lieder von früher.
Else Koch erinnert sich bei dem Lied an ihren Mann.
“Wir sind früher viel im Schwarzwald und in Österreich gewesen.
Mein Mann kam daher.“
Sie stupst sich mit der Hand an die Haare.
“Dort konnte man so herrlich wandern.“
Ihre Erzählungen sind gleichermaßen traurig und malerisch.
Zusammen mit ihrem Mann hatte sie eine Maschinenfabrik auf Langelohe.
Sie bricht ab, lauscht den Musik und erzählt weiter: „Ich habe früher Mandoline gespielt, aber heute geht das nicht mehr.“
Sie schaut auf ihre vom Alter gekrümmten Finger und schweigt.
Die Gäste sollen aber nicht nur unterhalten werden, sie sollten auch am Tagesgeschehen der Einrichtung teilhaben.
„Aktivierung“ nennt Sabine Klug das.
„Wir achten dabei stark auf die Biographie der Menschen.
Beispielsweise wird eine Hausfrau immer noch Kartoffeln schälen können.
Wir wollen einfach etwas für die Menschen finden, was ihnen Spaß macht.„
Fähigkeiten können so erhalten oder wieder erlernt werden.
Von unschätzbarem Wert aber sind die sozialen Kontakte, die die alten Menschen durch die Einrichtung erhalten.
Zum einen durch die Mitarbeiter, die für die Gäste so etwas wie Augen und Ohren zur Außenwelt darstellen, zum anderen durch die anderen Gäste.
Zwischen einigen hat sich eine Freundschaft entwickelt.
Else Koch und Käthe Röttger „sind wie ein Herz und eine Seele“.
Sabine Klug fügt hinzu: „Frau Röttger ist zurzeit im Krankenhaus.“
Als Else Koch von ihr erzählt, bebt wieder ihre Unterlippe.
Freundschaften in dem Alter können schnell ein Ende nehmen, das weiß sie.
„Sie sagen mir doch Bescheid, wenn Sie etwas von ihr gehört haben, oder?“ (us.)
